Gute Reise

Da bin ich wieder! Sankt Petersburg, I’m back. Die Reise gut überstanden – ich hasse aber Landeanflüge durch die Wolken… Unter den Wolken zeigten sich ausserhalb von Sankt Petersburg grosse „Wohnzonen“, einzelne Häuser (nicht „Häuschen“) mit ordentlich Garten und Pool, alles schön auf einer offenbar klar definierten, vermutlich gut bewachten, jedenfalls klar begrenzten Fläche. Hier wohnen vermutlich die, welche in die Stadt brausen in ihren SUV, falls weiblich, dann angezogen und geschmückt so, dass man mit dem Geld auch gut und gern gleich einen zweiten SUV kaufen könnte.

Am Flughafen, in Gedanken und ganz real zurück bei uns, dem gemeinen Fussvolk, endlose Warterei aufs Gepäck. Dafür steht nachher in der Ankunftshalle Sergey mit einem Schild, das meinen Namen trägt. Ich fall‘ fast vom Gerüst vor Schreck – warum funktioniert der bestellte Transfer diesmal ohne Heckmeck, Rumtelefonieren und Diskussionen mit lokalen Taxifahrern? Erwarte in Russland nie das Normale – aber auch nicht das Gegenteil. You can never be sure, what comes next. Fast wie bei Hitchcock.

Sergey fährt dann also, hupt, gestikuliert – lauter idioten auf der Strasse. Eine Kamera schaltet er übrigens auch ein und als ich was dazu sage, fragt er: „Was, das habt ihr bei euch nicht? Und wenn ein Unfall ist oder die Polizei euch büssen will?“ Schwierig zu erklären, dass dies bei uns anders läuft… Er meint jedenfalls: „Schweiz – gutes Land!“

Flughafen - oder Tempel?

Flughafen – oder Tempel?

Blick aus dem Flugzeug, unten ein baltischer Staat, ich weiss aber nicht, welcher.

Blick aus dem Flugzeug, unten ein baltischer Staat, ich weiss aber nicht, welcher.

Ankunft in Sankt Petersburg

Ankunft in Sankt Petersburg

Das findet auch der SIM-Karten-Verkäufer im Megafon-Shop, als er meinen Pass sieht. Die Schweiz ist sein Lieblingsland, da war er schon mehrmals. Aber da spricht man vier Sprachen! Deutsch, Französisch, Englisch und Spa… nee, Italienisch!  Ich nicke das mal ab, bin ja kein Bündner. Ich sage: „Sankt Petersburg ist auch nicht grade billig!“ Er schaut mich an und meint: „Sie waren noch nie in Moskau, was?“ Ich schüttle den Kopf. Nein, nur Sankt Petersburg und Novosibirsk. „Novosibirsk?“, sagt er. „Zu kalt, alles Bären dort (ich bin mir sehr sicher, dass er das wirklich gesagt hat, sorry, friends from Novosib)!“

Danach im Hotel eingecheckt und kurz raus auf die Strassen, nicht sehr lange allerdings, ich war müde. Ein erstes Mal eingeschlafen bin ich im Hotelzimmer bei der Leichtathletikübertragung. Aufgewacht beim Sieg der russischen Hochspringerin Shkolina, da sind die Reporter von Rossija 2 richtig aus sich rausgegangen, da kann Sascha Ruefer einpacken.

Ligovskii-Prospekt. Hier wohne ich. Naja, nicht genau hier mitten auf der Strasse.

Ligovskii-Prospekt. Hier wohne ich. Naja, nicht genau hier mitten auf der Strasse.

Der Platz vor der "Galerie", einem grosen Kaufhaus.

Der Platz vor der „Galerie“, einem grosen Kaufhaus.

kaufhaus.korr

Im Hotel, in einem Kaffeehaus ebenfalls, erkenne ich einzelne Leute, Angestellte, wieder, ausserdem erkenne ich die Strassen und Plätze – obwohl z.B. gegenüber dem Hotel jetzt ’ne Bank steht, wo letztes Jahr noch eine Baulücke war… Trotzdem bin ich mir kurz vor dem endgültigen Einschlafen nicht mehr sicher, ob ich eigentlich je weg war. Es ist dieses Gefühl, das ich vom morgendlichen Duschen her kenne. Ich stehe zuweilen unter dem warmen Wasserstrahl und denke mir: „Schon wieder am Duschen. Mache ich eigentlich je was anderes?“ Tja, und russisch spreche ich natürlich auch wieder – das ist so einfach wie duschen.

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Kultur

Kultur. Gibt’s auch in St. Petersburg. Haufenweise. Ein paar Sachen habe ich mir angesehen, Ermitage, Russisches Museum und das Erarta Museum of Contemporary Art, das übrigens nur Lonely Planet als sehenswürdig angibt – ansonsten beschränken sich Reiseführer, die ich durchgesehen habe, eigentlich vor allem auf den „alten Kram“. Der ist auch schön, aber irgendwie hat man die El Grecos, Raffaels, Rubens‘ auch schon mal gesehen, andere Bilder natürlich, aber Amsterdam, Paris, London – die haben ja auch was davon abgezweigt. Russische zeitgenössische Kunst hingegen war was Neues und deshalb letztlich doch auch am Interessantesten. Wer also in St. Petersburg Urlaub macht, sollte unbedingt einen Ausflug auf die Vassiliewski-Insel machen, per U-Bahn, um sich da mal umzuschauen:
http://www.erarta.com/eng/collection/

U-Bahn: Auch eine Art Museum. Eine Fahrt nimmt etwas Zeit in Anspruch, weil man erst mal tief unter die Erde muss. Unendlich lange Rolltreppen – Treppen gibt’s in der Regel erst gar nicht, weil die Bahn 70 – 100 Meter unter der Erde verkehrt… Nichts für Klaustrophobe! Ein paar prächtige Stationen hat’s, dann auch solche, die sehr praktisch ausgefallen sind: Ploshad Vosstaniya, zum Beispiel. Fliesen überall, sieht nach 70er-Jahre Hallenbad aus, die Gleise sieht man erst mal nicht, die liegen hinter Stahltoren, die zwischen fetten Pfeilern verlaufen. Kommt die Bahn an, gehen erst die Stahltore auf, dann die U-Bahn-Türen und das Gedränge ist noch grösser als an anderen Stationen, weil diese Pfeiler, rund 3 Meter tief, definitiv im Weg stehen. Erinnert mich irgendwie an ein Schlachthaus.

A propos Fleischerei: Die Bücher, die ich mir im schönen Dom Knigi gekauft habe, hat die Verkäuferin sorgfältig in eine Plastiktüte gepackt, siehe unten. Die Farbe erinnert mich auch eher an Einkäufe an der Fleischtheke, ich verfüge nun also über ein Pfund Frischbücher, am Stück.

Kultur auf der Strasse, übrigens, gab’s auch: Strassenkünstler der ganz feinen Sorte, neben den obligatorischen Porträtmalern (und Verkäufern von Landshcafts- und Tierbildern sowie Stadtansichten bei Sonnenuntergang). Jongleure, Freestyle-Fussballer (auch Jongleure), Musiker – und zwar nicht die Guantanamera-Kapellen, sondern Musiker, die ihre eigenen Sachen spielen. Beeindruckend war ein Typ mit Stromgitarre, der richtig fetten Sound gespielt hat oder ein alter Mann, ziemlich abgerissen, der auf seiner Handharmonika richtig abgegangen ist.

Von der Strasse noch kurz in den Hinterhof, eine Tür aufschliessen, die ziemlich marode aussieht, aber per Badge bedient wird (Kath: so ein Weinfelden-Teil), Lift, rein in eine kleine Wohnung, eineinhalb Zimmer, Klo, Bad und Küche. Alles eher klein und die Installationen, Waschbecken und Spüle zum Beispiel… – naja, es wurden schon Handwerker wegen kleinerer Vergehen gesteinigt. So wohnen Kollegen aus Russland also, im Zentrum zwar, aber die Wohnung ist echt Scheibenkleister, dafür in jedem Raum andere Tapeten. Nette Muster, denke ich, und schliesse mal kurz die Augen. Dafür zahlt man dann pro Monat – 1500 Franken. Ich frag nach, rechne nochmal. Doch, stimmt. Wie verdient man sich das Geld, wenn man Kunst studiert? Die Freundin zieht eine Schublade auf – hunderte kleiner Zinnsoldaten. Bemalt sie im Akkord für einen Händler. 🙂

Abschliessend noch die definitive Antwort auf die Frage:
Venedig oder Amsterdam?
Alles in allem ein klarer Fall: Paris!

Frische Bücher

Künstler unter sich

„Скоро буду проводить“. Ну, „скоро“ – очень относительное выражение… Я почти не могу поверить в то, что уже 4 недели назад я вернулся домой. Я сейчас прочитал мою статью и удивился тем, что я узнавал в Петербурге. Так много работал, так много забыл о переживаних в том городе.

Но я могу вспомнить о культуре в Петербурге. Я посетил немного музеев, больше всех мне понравилось музей Эрарта, музей современного искуства России. Конечно, Эрмитаж также изумительно, но это похож на какой-нибудь знакомый  музей в западе Европы. В Эрарте, я увидел новый мир, познакомился с новые „языки искуства“, если бы так можно говорить.

Я в этом музее понял, что совершенно различные наши страны – наши традиции, наша история. И я узнал, что я почти ничего не знаю о культуре и истории России. На пример, роль Ленинграда как „город герой“ в войне с „гитлерой“ Германии я не знал, у нас говорили о Сталинграде в школе (война в „востоке“ в целом – на уроках длилась 30 минут, но теперь я знаю, что трудное время для жителей Ленинграда длилось 900 дней…).

Несколько друзей спросили: „Ну, ты был в Санкт Петербурге и ты был в Новосибирске. Какое из путешествии тебе больше понравилось?“ Отвечать на этот вопрос я почти не могу. Конечно, Питер – один из культурних метрополов Европы, даже мира. Однако я очень рад, что я был также в Новосибирске. Была авантюра, была очень чухой мир, а был также очень приятный город – а было моё первое путешествие в Россию. Первый путешествие как первая любовь. Никогда забудешь.

Несколько друзей спросили: „Ну, ты был в Санкт Петербурге и ты был в Новосибирске. Какое из путешествии тебе больше понравилось?“ Отвечать на этот вопрос я почти не могу. Конечно, Питер – один из культурних метрополов Европы, даже мира. Я хочу обратно, хочу увидеть больше, также хочу идти в школу ещё раз. Однако я очень рад, что я был также в Новосибирске. Была авантюра, была очень чухой мир, а был также очень приятный город – а было моё первое путешествие в Россию. Первый путешествие как первая любовь. Никогда забудешь.

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Blini und Schokolade – Блины и шоколад

Der letzte Tag in St. Petersburg, Unterricht geschafft, mich von fast allen schon verabschiedet – und von fast allem. Unter anderem von russischer Schokolade, die gar nicht so übel schmeckt und von Blini. Blini kennt man aus der Werbung: Die Gebrüder Klitschko äussern sich über die schrecklichen Zeiten, als sie Blini essen mussten, anstatt sich die Bäuche mit einer mitteleuropäischen Pausenmahlzeit mästen zu dürfen. Blini! Schwer, pfui! Die Klitschkos mögen herausragende Sportler sein, aber möglicherweise haben sie doch zu oft einen an die Rübe gekriegt. Blini sind herrliche Pfannkuchen, die’s mit allerlei Füllung gibt, deftig oder süss, ähnlich den Crêpes in Frankreich. Schmeckt lecker und ist nicht teuer. Mittags, wenn man’s eilig hat, sind Blini-Schnellimbisse super. An der Theke bestellen, weitergehen, die Blini bezahlen, an einen Tisch setzen, essen. Auch nicht schlecht für Mittagessen: Café Baku in der Nähe der Schule, leckerer Mittagslunch, Salat Suppe und was vom Grill mit pikanter Sauce, oder das Restaurant Pelmenaja, da gibt’s Pelmeni, Manti und einige weitere Varianten von gefüllten Teigtaschen.

Russische Küche habe ich gern wieder probiert, Pelmeni eben und Soljanka, Borsch’sch, Okroschka – Okroschka ist eine kalte Suppe aus Kwas. Unbedingt mal probieren! Soljanka ist Suppe „mit alles“. Guter Boden, um ein paar Bier und Wodkas draufzustellen, habe ich mit Igor ausprobiert, als wir nach der Spazierfahrt (haben wir grade noch geschafft, bevor er am nächsten Tag nach Novosibirsk aufbrechen musste) noch was trinken waren. Ich „was“ und er ein wenig mehr. Bozhe moj (meine Güte), können die was vertragen! 🙂 Und vor allem können sie erzählen und erzählen, mit ein paar Wodka noch flüssiger, aber immer noch verständlich… Und die Geschichten haben diesen Dostojewskij-Touch, immer knirschen sie wie meterhoher Schnee in einer dunklen, kalten Winternacht. 🙂

Gegessen habe ich gut hier und ich plane, demnächst mal ein paar russische Rezepte auszuprobieren. Wenn ich’s im Griff habe, geb ich Bescheid. 🙂

Боже мой, Русские много пьют! А ещё умеют рассказывать! Грустные русские истории.  Все немножко как истории Достоевского, как сказки, которые рассказывают, когда снаружи холодная зима, с множеством снега. 😉 Лучше съесть чего-нибудь, прежде чем пить с Русскими (хотя я, в любом случае, никогда много не пил)… на пример сольянка. Вкусно!

Мне также понравились другие блюда, как окрошка, борщ, бефстроганов… даже русский шоколад. А, конечно, блины. Я подумаю сейчас, могу ли я попробовать готовить русские блюда дома. Если бы я сумель, то я бы сообщил вам…

Café Baku

Masha i Medved. Bekannte Geschichte, ganz gute Schokolade. Etwas herber, aber jedenfalls besser als das Nur-Milchschokolade-Produkt der lila Konkurrenz.
Маша и Медведь, хаха, была первая книга, которая я прочитал по-русски. А шоколад – совсем не плохой, другой вкус, чем у швейцарского шоколад.

Blini

Yumyum!

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Noch ein paar Bilder… – Ещё немного фотографии

Hier müsste mal renoviert werden – oder hat hier mein Nachbar kürzlich bereits renoviert???
Здесь нужен ремонт! А, может быть, мой сосед недавно уже сделал ремонт по-своему? (Сосед год назад сделал ремонты в нашем доме таким образом, что сумел разрушить мою ванную…)

Bauarbeiten – die Frau ist der Boss!
Женщина – это начальника

Neu und alt…
Встреча нового сo старым.

Definitiv nicht Venedig! Wenn schon, Amsterdam.
Санкт Петербург не похож на Венецию, а скорее похож на Амстердам.

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Sprachprobleme – Заботиться о языках

Anglizismen  bringen mich immer durcheinander – ledi, zer, zekond hend, chiskeik. Alles Englische (und Deutsche, Französische) wird ins kyrillische Alphabet umcodiert – und dann eben auch so ausgesprochen. Sieht für mich seltsam aus und hört sich auch so an. Russen!, könnte man denken. Aber das geschieht natürlich in umgekehrter Richtung auch: „Zenit St. Petersburg“, wie Fussballfreunde wissen zur Zeit wohl die beste Mannschaft in Russland, schreibt sich russisch mit „weiches s“, das wie ein „z“ aussieht und auch so transkribiert wird. Deutsch ergibt sich dann ein „z“, was erstens völlig anders klingt und zweitens die Bedeutung verändert: „senit“ ist eben nicht „zenit“…

Der „Würglaut“, von dem ich schon berichtet habe und den Kath offenbar auch noch im Halse stecken hat, wird übrigens von Studenten unterschiedlicher Muttersprache unterschiedlich ausgesprochen, d.h. unterschiedlich falsch. Auch Toristen unterscheiden sich in sprachtechnischer Hinsicht voneinander. Wo die einen ein paar Brocken Russisch hervorkramen oder doch ein sauberes, gepflegtes Englisch – fast schon entschuldigend im Tonfall – bemühen, sind andere im Gebrauch des Latinglish weniger zimperlich, interessanterweise sind dabei nicht mal die Touristen englischer Muttersprache die Schlimmsten – ich muss wohl mal mein Engländer-und-Amiklischee in der Werkstatt wirrer Gedanken neu einstellen lassen! Besondere Sprachbarbaren sitzen mir im Restaurant gegenüber, eine Familie Typus „Paris, gehobener Mittelstand mit klarem Anspruch auf mehr“, was vor allem die Uhr und die Colliers der Schwiegermutter sowie das stets gelangweilte Gesicht der Verwöhntochter beim Durchblättern von irgendwas auf ihrem edel gefassten iPhone andeuten. Mit Gabel und Messer wird sie später auch das Gericht auf ihrem Teller in ähnlicher Weise durchgehen, wie, vermute ich, Postings von Freunden und Bekannten, die leider nichts Interessantes, also Erwähnungen ihrer Person, enthalten. So. Papa hat einen ordentlichen Job und er ist auch derjenige in der Familie, der die Mühe auf sich genommen hat, ausländisch zu lernen. So bestellt er jetzt also auf englisch… Die offiziantka holt dann erst mal die Managerin, obwohl sie selbst ganz ordentlich englisch spricht. Aber der Franzose geht offenbar davon aus, das man jede Sprache eigentlich so aussprechen sollte, als wäre es französisch. Er bestellt dann eben „a bottèle ofe wodé“. Mehr oder weniger wird man sich letztlich einig, Wasser ist gefragt, die Franzosen beschweren sich natürlich  noch, dass man hier keine Karaffe davon auf den Tisch gestellt kriegt (vielleicht ist ihnen dann auch das Fleisch hier zu wenig sehnig im Vergleich mit dem Pariser Durchschnittsresto…). Da ich auf russisch bestelle, denken die Franzleute nicht im Traum daran, dass ich sie verstehen könnte und lassen sich daher genüsslich über das Gastland und die Gastgeber sowie deren unglaublich schlechte Sprachkenntnisse aus… Diese Möchtegernschickeria, denke ich, das ist doch überall das Allerschlimmste und Unerträglichste, diese Trittbrettfahrer des Bürgertums, die ihren Töchtern beibringen – auf teuren Internaten beibringen lassen -, wie man gelangweilt guckt, Messer und Gabel so hält, als wären es Preziosen, und wie man sich irgendwann den richtigen Mann als Türöffner in die bessere Gesellschaft freundlich anlächelt. Aber zurück zum Russischen und den Russen, lassen wir die Franzosen ihren Traum von der grossen Nation mit einem Schluck wodé begiessen.

Neben den offiziellen Lektionen, gibt’s eine ordentliche Portion Extrarussisch in Kaufhäusern und Restaurants, im Hotel, natürlich auch auf der Strasse. Man muss mich übrigens nicht mehr an der Hand nehmen und in die richtige Metro führen, dort auf mich aufpassen, damit ich an der richtigen Haltestelle umsteige, wie noch in Novosibirsk, man kann mir nun den Weg einfach erklären und ich versteh’s. Nachteil: Ich komme seltener mit sympathischen alten Damen ins Gespräch.

Ich schau Fernsehen, einfache Nachrichten und besonders gern diese Idiotensendungen vom Schlage „Frau wurde von Mann verlassen und wünscht ihn sich immer noch zurück – Wir helfen ihr!“. Soap operas sind auch gut. Relativ einfaches Vokabular, straightforward, kein Metaphernheckmeck, überschaubare Thematik, keine gewagten Gedankensprünge, das ist in etwa mein Niveau zur Zeit. Es geht also ganz gut.

Warum macht die russische Sprache mich dennoch so müde? Ich verstehe doch – in der Schule, auf der Strasse, in Unterhaltungen mit Freunden sogar – in der Regel alles, zumindest so weit, dass ich ganz genau weiss, was gemeint oder zu tun ist, was ich antworten kann. Und in der Regel brauche ich mir Sätze nicht mehr mühsam von deutsch nach russisch innerlich zu übersetzen, es geht, wenn auch zuweilen langsam, quasi direkt. Woher also die Müdigkeit? Nun, wenn ich beispielsweise mit Olga, die ich von busuu kenne, deutsch spreche (sozusagen ein peer-teaching nebenher, Russisch gegen Deutsch, Kurs 1 : 1), erlebe ich oft, dass sie etwas darum nicht so ganz versteht, weil sie es ein klein wenig falsch versteht und zwar auf eine Weise, dass mir gar nicht klar wird, dass man das so falsch verstehen kann. Zum Beispiel „wenig“ und „wenn ich“ – für sie gleich und trügerisch, für mich klar unterscheidbar und nicht verwechselbar. Ähnliches passiert mir andauernd mit der russischen Sprache, oft nur im Kleinen, ohne wirkliches Missverständnis, smysl v zelom ponjaten – der Sinn ist insgesamt verstanden, aber mein Gehirn läuft eben doch zwei, drei Gänge höher als in der deutschen Sprache, selbst wenn ich es nicht mitbekomme. Ich bekomme es erst dann mit, wenn ich frei habe und ins Hotelzimmer zurückkehre. Es ist wie bei einer langen Wanderung. Richtig weh tut’s erst, wenn du zu Hause bist.

Hier warst du noch nicht!

Strasse der Wahrheit; hier ist es sehr ruhig…
Очень тихо, мне кажется, на етой улице…

Zwischendurch, nach dem Mittagessen, üben wir noch ein wenig chinesische Schriftzeichen. Hier u.a. die Zeichen für Baum, Wald und Dschungel. Wer's geschrieben hat. Könnt ihr selbst lesen... После обеда мы обычно упрашнаемся в Китайском языке. Вот, в цредениние, слова "дерево", "лес", "тропический лес". Кто их написал? Но, вам самому прочитать!

Zwischendurch, nach dem Mittagessen, üben wir noch ein wenig chinesische Schriftzeichen. Hier u.a. die Zeichen für Baum, Wald und Dschungel. Wer’s geschrieben hat? Könnt ihr ja selbst lesen…
После обеда мы обычно упрашнаемся в Китайском языке. Вот, в цредениние, слова „дерево“, „лес“, „тропический лес“. Кто их написал? Но, вам самому прочитать!

Мне полезно ходить в школе, учить на уроках русский язык, также учиться в магазинах или на улице хорошо. Конечно, лучше всего учиться с друзьями, и из школы, и из Санкт Петербурга. На пример мы с Ольгой учимся друг друга родним языкам. Это круто. Сидим в Парке, когда хорошая пагода, читаем книги, переводим текст, разговариваем о чём-нибуд интересного. Русский язык мне нравится, но я всегда очень устаю на уроках, а такхе на „особенных“ уроках в городе.

Я ещё умею понимать обычный разговор, и умею говорит о обычных делах. Поэтому я устаю?

Когда мы говорим с Ольгой по-немецки, она иногда что-то не понимает, а не понимает, потому что понимает что-то другого. На пример: „wenig“ (вених) и „wenn ich“ (венн их), очевидно для неё трудно отличить. Для меня, как немецкий язык – это мой родной язык – очень легко, хотя, честно говоря, эти два выражение на самом деле так же звучат. У меня, конечно, такие же проблемы с русским языком, как и у неё с немецким.

Так я лично и думаю: Говоря и слушая по-русски, мой мозг больше работает. Немецкий язык для него обычная работа, русский язык ещё нет.

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Montag in der Schule – Понеделник, в школе

Schule ist natürlich auch noch gewesen, gestern Montag. Unser Thema ist zur Zeit портрет  (portret) – nicht gerade schwierig, zu erraten, worum es da gehen könnte. Bei der Beschreibung von Menschen machen wir Fortschritte und hauen uns die entsprechenden Satzstrukturen um die Ohren. „An mir sind Jeans“, sagt der Russe (die Russin auch, sofern sie welche trägt und nicht doch eher einen Rock oder ein Kleid), oder „Welcher Grösse er?“, „Welcher Farbe bei ihm die Augen?“. Mannomann… Andererseits gibt’s immer wieder freundliches Vokabular – gestern war in dieser Hinsicht beinahe schon „deutscher Tag“ im Unterricht:
So tragen Männer zum Beispiel zuweilen бакенбарды (Bakenbardi), das ist die gaaaanz leichte Kategorie. Auch nicht wirklich schwierig ist шрам (Schram) – wer ’ne Katze hat, hat auch zuweilen eine шрам.

Wie man im Bild erkennen kann, ist unsere Gruppe diese Woche von überschaubarer Grösse. Da Katja mal vorsichtshalber für zwölf kopiert hatte – montags kommen die „Neuen“ an und werden vor Ort kurz getestet und auf die Gruppen verteilt bzw. bilden neue Gruppen -gab’s ordentlich макулатур (Makulatur).

Okay, genug jetzt, die Aufgaben warten, марш (marsch)! Zur Belohnung gibt’s danach noch einen Tee mit einem der leckeren чизкейки (Tchiskeiki) im Café.

Меньше народы, больше кислороды! („Menshe narodi, bolshe kislarodi“: Weniger Leute, mehr Sauerstoff – russische Redensart)

В школе, конечно, изучаем русский язык. Но в понедельник был „немецкий день“… В первом: Много студентов приехал, а почти все из Германии или из Швейцарии. Во втором: Там есть слова, которые мне совсем не трудно выучить потому что они очень похожи на слова немецкого языка, как бакенбарды, шрам, макулатур.

Группа „бумтощн рац“ пели – уже 30 лет назад, мне кажется, я постарел…. – „Скажи мне, почему я не люблю понедельники“. Ну, для меня это не правда, я очень любил этот понедельник, день знакомых слов.

Кстати, как видите, наша группа теперь маленькая. Нас четверо, таким образом хорошо учиться.

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Montag in St. Petersburg – Понедельник!

Heiss wird es selbst an einem herbstkühlen regnerischen Morgen, wenn die Ampeln ausfallen, wie heute auf dem Ligovskii Prospekt geschehen. Ich musste allerdings unbedingt da rüber – ganz schön schwierig, wenn man in einem Stück auf der anderen Strassenseite anzulangen wünscht. Eine Lösung war in Sicht. Ich hielt mich an die Russen, die irgendwie diese Gabe haben,  im Stossverkehr Lücken zu finden, die es gar nicht gibt. Beispiel gefällig?

Kürzlich im Abendverkehr, auf einer Kreuzung in der Nähe, die war richtig dicht, dickichtdicht. Fußgänger zwängen sich zwischen Blech und Plastik der Autos hindurch auf die andere Seite, Automobilisten manövrieren zentimeterweise, nur um sich mit ihren Maschinen weiter ineinander zu verharken. Einer steht längst auf der Gegenfahrbahn, spielt auch keine Rolle mehr. Plötzlich hört man einen Krankenwagen. Der will hier durch. Haha, viel Glück!, denke ich. Bleibe stehen. Das will ich sehen. Es geschieht, was unmöglich scheint (und physikalisch gesehen auch unmöglich ist). Als hätte jemand einen Reissverschluss gezogen, entflicht sich auf wundersame Weise das Gewirr. Zwanzig Sekunden bloss, gefühlsgestoppt, und der Krankenwagen ist durch. Nochmals drei Sekunden – und der Reißverschluss ist wieder zu.

Erstens: Ich schreibe es mir einmal mehr hinter die Ohren (BAP, fällt mir grade ein, passen hier ja bestens: Do schriefs jetz hundertmohl: „Ich soll bei Ruut su winnisch waade wie bei Gröön. Wenn’t Jähl weet, will ich jonn.“ – Waren die Jungs mal hier auf Urlaub?): In Russland ist nichts unmöglich.

Zweitenstens: Wer so einen Reißverschluss erfinden würde, so einen mehrdimensionalen, könnte reich werden. Und falls so einer erfunden würde – ich hätte gern schon mal einen vorbestellt für meinen Schreibtisch an der PH. Und einen für die Wohnung.

Drittens: Heute kann nur Montag gewesen sein. Als ich heimkehre, stehen die Trams Parade. Nicht wegen Festtag, sondern wegen Störung. Bitte schön, die Linien 25 und 49 zu ihrer Verfügung!

Понедельник! Никто хочет работать, даже светофор не хочет работать. Ну… как перейти улицу? Опасно, кажется. Я решил идти за Русских, они знают, как найти путь на хаосе… Несколько дней назад, на одном перекрестке недалеко от гостиницы – такое движение, машины больше двигаться не могли. А вдруг скорая помощь, которая приехала. Водитель, очевидно, хотел переехать перекрёсток. Хаха! Удачи!, думал я, смотря ситуацию. А, невозможно!, машины двигались, как будто это – „перекрёсток на молнии“… Скорая помощь переехал, уехал, а я в то, что я только что увидел, почти поверить не мог. Запишу сейчас, чтобы никогда об этом не забыть: В России – у Русских – нет ничего невозможного!

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